Trachtenverein D´ Oberländer Reichersbeuern
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Aus dem Tölzer Kurier vom Montag, 08.06.2009
Artikel von Rosi Bauer, Bilder von Matthäus Krinner

Und zum Schluss öffnet sich der Himmel

Was macht der Tod im Birnbaum?
Rund 200 Zuschauer verfolgten das Theater auf der Naturbühne. Reichersbeuern - Drei Wünsche hat der Dorfschmied frei, nachdem er dem Esel eines mysteriösen Wandersmanns ohne materielle Entlohnung die Hufe beschlug. Was dem überraschten Handwerker an Begehrlichkeiten einfällt, ist menschlich - aber zu wenig durchdacht, wie sich letztlich herausstellt.

Zurück in vergangene Zeiten versetzt das Volksstück "Birnbaum und Hollerstauden", das die Theaterer des Reichersbeurer Trachtenvereins Oberländer am Freitag vor der am "Gori Stadä" aufgebauten Kulisse erstmals aufführten. Zum 100-jährigen Bestehen der Theatergruppe wollte man mit der Freilichtinszenierung etwas Besonderes bieten. Das ausgewählte Stück von Josef Maria Lutz - von ihm stammt auch der populäre "Brandner Kaspar" - vereint Dramatik, Werte und Witz in amüsanter Weise.

Gespannt richteten sich die Augen der etwa 200 Zuschauer auf den unheimlichen Tod, oder, wie er sich selbst vorstellt, den "Anderl vom Himmelfahrtsweg". Mit hämischem Gelächter und Händereiben macht Jörg Neuschwender diesem außergewöhnlichen Part alle Ehre. Der Anderl ist gekommen, um den Schmied (Sepp Melf) zu holen, gerade jetzt, wo dieser endlich finanziell abgesichert ist und seine Frau (Annemarie Ketelhut) ein Kind erwartet. "Dienst ist Dienst", meint der Anderl unerbittlich. Doch selbst der Tod ist nicht gegen menschliche List gefeit, und so bekommt Anderl wie später auch der nicht minder erschreckende Teufel eine irdische Lektion erteilt. Rauch, Zischen und Donnern, da öffnet sich der Boden und als diabolische Gestalt in Schwarz und Rot gekleidet wirbelt Christine Bernöcker fauchend und seelenhungrig über die Naturbühne.

Dass für alle Rollen Gesangseinlagen inbegriffen sind, stellte das Ensemble unter Regie von Klaus Steinbacher vor eine zusätzliche Herausforderung. Dem Beifall des Puplikums schloss sich Schauspieler Werner Rom an, der in der ersten Reihe saß. "Es ist beachtlich, was so ein Haufen Theater-Versessener mit minimalem finanziellen Aufwand auf die Beine bringt", urteilte er. Das Laienspiel sei wichtiger kultureller Bestandteil und Basis für den Aufstieg in die Profi-Liga.

Dass das Sterben und der Aufstieg in den Himmel einen Wunsch wert wäre, offenbart sich dem Schmied-Ehepaar im Greisenalter: "Wir wandern in die Ewigkeit. Der Weg ist schmal, der Weg ist weit", zieht es müden Schrittes in die Nacht. Zum guten Schluss öffnete sich der Himmel - für die Schmied-Leute, aber auch für einen Regenschauer. Rosi Bauer

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